Theodor Creifelds, Photograph und Lichtdrucker
- Vater und Sohn -


von Hartmut Wettmann, Berlin

Theodor Creifelds ( gestorben 1875) und sein gleichnamiger Sohn (1839 - 1902) waren beide Landschafts- und Architekturfotografen in Köln. Ihre Werke, wie z.B. das um 1874 entstandenen Rhein-Album und Informationen über sie sind nicht in jedem Fall eindeutig zuzuordnen.
Alle bekannten Aufnahmen sind mit 'Th. Creifelds Cöln', ein Photo vom Dom (mit den Türmen im Gerüst) von etwa 1875 mit 'Th. Kreifelds, Cöln' gekennzeichnet.
Der Vater war zunächst als Maler in Koblenz tätig, wo sein Sohn Theodor Johann Hubert am 9. 9. 1839 zur Welt kam. Creifelds sen. hatte möglicherweise schon in Koblenz wie viele seiner Kollegen zur Fotografie gewechselt.
1849 ließ er sich in Köln an der Hohe Str. 19 nieder und richtete mehrere Geschäfte in Folge ein:
1855 am Domkloster eine "Photographische Anstalt",
1859 an der Hohe Str. 19 eine Werkstatt, in der er
1866 sechs Gehilfen beschäftigte,
1869 wiederum am Domkloster, wo er seit
1870 auch verstärkt Licht- und Kohledrucke aus eigener Produktion anbot, deren Qualität sehr gerühmt wurde. Seine Lichtdruckanstalt war die erste und bedeutendste im Rheinland. Seine Fotos wurden auch von 'Marquardt & Fiddelke, Domhof 14, Cologne' vertrieben.
Auf der Internationalen Photographischen Ausstellung in Berlin im Mai und Juni 1865 erscheint Creifelds in der Liste der Preisträger neben bekannten Namen wie Richard, Heidelberg, Braun, Dornach, Bisson jeune, Paris, Nadar, Paris, Herzog, Bremen, Albert, München, Hanfstängel und Brockmann, Dresden.
1867 stellte er ein Album mit Rheinansichten auf der Pariser Weltausstellung aus. Creifelds pflegte gute Beziehungen zur Dombauhütte. Er fertigte auch seltene Aufnahmen von den Arbeitern der Baustelle auf den Domtürmen (1868).
Aber auch seine Ansichten von Deutschland, darunter zum Beispiel eine Innenaufnahme des Spielsaals in Wiesbaden wurden sehr geschätzt.
So berichtet das Photographische Archiv 1872: 'Von Hrn. Th. Creifelds in Köln empfingen wir eine Collection von Ansichten, in Lichtdruck ausgeführt, die in jeder Beziehung zu dem Besten gehören, was wir von diesem Verfahren gesehen haben. Die Tiefe und Feinheit, sowie die (sonst oft vermisste) Plastik dieser Drucke ist ganz vorzüglich. Wie wir erfahren hat Hr. Creifelds schon seit längerer Zeit mehrere Pressen dauernd beschäftigt.'
Einige dieser Lichtdrucke wurden für Albuminbilder gehalten. Creifelds hatte sie mit einem Lack überzogen und so glänzend gemacht. Ein in der Photgraphischen Correspondenz 1872 enthaltener Lichtdruck von Boppard ist in der Tat kaum von einem Albuminabzug zu unterscheiden.
In der gleichen Zeitschrift wird in einem etwas späteren Heft unter 'Berliner Correspondenz'ausgeführt :
'Herr Creifelds in Cöln hat eine Reihe von Rheinischen Ansichten aufgenommen, welche er, in beiden obengenannte Methoden reproducirt, dem Verein vorgelegt. Wenn auch im Allgemeinen der eigene Reiz der tiefen und kräftigen Copien auf Albumin von dem stumpfen Lichtdruck nicht erreicht wird, so hat letzterer dafür auch nicht jene harten und absolut schwarzen Dunkelheiten, welche besonders bei kurz exponirten Platten die Landschaftsphotographien abstossend und kalt erscheinen lassen. Dieser Fall war bei mehreren der vorliegenden Proben in sehr hohem Grade erkennbar; die Lichtdruckabzüge enthielten mehr Details in den Schatten, waren weicher und viel stimmungsvoller.
1872 beauftragte ihn der Zentral-Dombau-Verein mit der Anfertigung von Lichtdrucken des Doms, die als Gedenkblätter an die Vereinsmitglieder verteilt wurden.
Creifelds ist seit 1870 Mitglied im Photographischen Verein zu Berlin, am 15. October 1872 wurde er als Mitglied in die Photographische Gesellschaft in Wien aufgenommen.

Theodor Creifels junior absolvierte zunächst eine Ausbildung als Dekorationsmaler und war offensichtlich, wie ein 1858 abgeschlossener Werkvertrag für die Pfarrkirche in Kempen belegt, in diesem Beruf tätig. Es ist unbekannt, wann er mit der Fotografie begann, spätestens jedoch im Todesjahr des Vaters, 1875, als er die väterliche Firma erbte. Bereits im gleichen Jahr erhält er eine Bronzemedaille in Wien:
'Theodor Creifelds, Photograph und Lichtdrucker in Cöln a./Rh., für Lichtdrucke und Ueberdruck derselben auf Stein.'
Die Bedeutung der Lichtdruckanstalt wird in einem 1875 in der Photographischen Correspondenz erschienenen Beitrag deutlich: 'Th. Creifelds, der für seinen bedeutenden Verlag von Vedutten und Architecturen des Rheingaues den Lichtdruck betreibt, zeigt uns in einer grossen Zahl der mannigfachen Musterblätter die vielfache Verwendung des Lichtdruckes, sowie speciell den Nutzen, welchen der Lithograph durch den Umdruck auf Stein von der Lichtdruckplatte ziehen kann.'
Das Photographische Archiv berichtet zur Düsseldorfer Gewerbe- und Kunstausstellung 1880: 'Sehr schöne Leistungen, sowohl was die Aufnahmen, wie was die Ausübung der verschiedenen Druckverfahren anbelangt, finden sich in der Ausstellung des Herrn Th. Creifelds in Cöln. Es sind Ansichten und Reproduktionen in Silber-, Kohle- und Lichtdruck ausgeführt. Das talentvolle Vorstandsmitglied des rheinisch-westfälischen Photographen-Vereins ist stets bemüht, neues zu erforschen und seine neueste interessante Erfindung, direct vom Negativ Drucke in fetter Farbe abzuziehen, beweist uns, mit welchem Erfolge.'
1878 wird Creifelds wie sein Vater vor ihm Mitglied in der Photographische Gesellschaft in Wien.
1879 wird von dort berichtet: Der Vorsitzende legt ferner ein Porträt vor, welches Herr Creifelds in Köln a. Rh. direct vom Negative auf der lithographischen Presse gedruckt hat. Der genannte Herr theilt mit, dass das Verfahren leicht auszuführen ist, das Negativ weggestellt und dann neuerlich zum Druck auf der lithographischen Presse und auch wieder zum gewöhnlichen Silberdruck verwendet werden kann. Der Autor beabsichtigt, das Verfahren zu verkaufen und zwar im Falle der Betheiligung von 100 Personen zum Priese von 100 Mark für jeden Subscribenten.
1883 wird Creifelds stellvertretender Vorsitzender und Cassirer des Rheinisch-Westfälischen Vereins zur Pflege der Photographie und verwandter Künste zu Köln am Rhein. 1884 bis 1887 wird er als Vorsitzender genannt.

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Koblenz

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Bornhofen

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Eisenbahnbrücke Köln

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Köln

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Godesberg

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Bonn

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Dombau Köln

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(Idar-) Oberstein



Quellen:
Roswitha Neu-Kock (Rheinisches Bildarchiv): 'Noch ein Domfoto...' Kölner Domblatt 61/1996
Geraldine Roden: Katalog zur Ausstellung 'Was heißt hier Rheinromantik?' (Landesmuseum Koblenz 2002)
Photographische Correspondenz
Photographisches Archiv
Photographische Notizen
Licht - Zeitschrift für Photographie



Stand: Dezember 2008